Healbe GoBe

Es klingt fast zu schön um wahr zu sein: ein smartes Armband, welches neben bekanntem Funktionen wie dem Tracking der Schritte, Kalorienverbrauch & Schlaf auch den Wasserhaushalt und noch viel interessanter die aufgenommenen Kalorien selbstständig zu erfassen verspricht. Nicht das dies schon genug Interesse wecke, will Healbe GoBe dabei sogar die Menge der einzelnen Makronährstoffe, sprich aufgenommene Fette, Kohlenhydrate und Proteinen differenziert ausweisen können.

Ob oder wie gut das Wunder-Wearable tatsächlich seine Versprechen erfüllt, wurde über mehrere Wochen hinweg getestet und in diesem Artikel zusammengetragen.


Lieferumfang

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Eine durchaus ansprechende Box mit Vitrinen-artigem Deckel, auf dessen Sockel bereits von außen der smarte GoBe zu sehen ist. Auf der unteren Hälfte sind die Produktmerkmale und versprochenen Funktionalitäten mit Betonung auf das Alleinstellungsmerkmal eines selbstständig und automatisch Kalorien erfassenden Geräts – ohne Aufwand, ohne manuelles Tracken, ohne Schätzungsfehler.

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Im Inneren der Verpackung finden sich neben dem Gobe 1.1 ein Ladekabel und zugehöriger Adapter, eine knappe Anleitung mit Verweisen auf die ausführliche Website und zwei nicht benötigte Ring-Abdeckungen (oben rechts im Bild). Letztere waren anscheinend bei der Vorgänger-Generation (Healbe GoBe 1.0) notwendig, um den Hautkontakt zu abstehenden Ladepins zu verhindern.

Optik, Spezifikationen & Bedienung

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Bei aller Objektivität besteht hinsichtlich der Optik unbestreitbar Verbesserungspotential. Die Oberfläche der gebogenen, Oval-förmigen Lünette ähnelt einem günstigen Geräte-Lautsprecher und beschmückt das Handgelenk gewiss nicht.

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Das Silikon-Armband wie auch der Verschluss aus einer Kombination von Dorn- und Pin-Verschluss ist dagegen sehr gelungen und sorgt für sicheren Halt bei komfortablen Sitz. Auch die gummierte Fassung des Gehäuses trägt hier dem Tragekomfort positiv bei. Mit 58,5 Gramm gehört GoBe auch nicht zu den schwersten Fitness-Trackern seiner Art und dürfte auch dem weiblichen Träger nicht zu schwer am Handgelenk erscheinen. Das Lünettenelement lässt sich bei Bedarf aus dem Silikon-Band rausnehmen, um Letzteres beispielsweise auszuwechseln oder zu reinigen.

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Die Bedienung über einen vom Silikon-Rand bedeckten Knopf erweist sich, verglichen mit einem gewohnten physischen Knopf und erst recht gegenüber der Touchbedienung, als mühselig und unpraktisch. Je nach Dauer des Gedrückthaltens wird Healbe GoBe hierüber An- und Ausgeschaltet, zwischen den LED-Anzeigen gewechselt wie auch eine essentielle Funktion für die Kalorienaufnahme bedient, welche im folgenden Verlauf noch thematisiert wird.

Als Display schimpft sich eine LED Anzeige, welche in blauen Leuchtpunkten die Uhrzeit, Schritte, Distanz, Kalorienbilanz oder Wasserhaushalt wiedergibt. Ein automatisches Einschalten des Displays bei entsprechender Armneigung wird nicht unterstützt. Stattdessen muss der angesprochene Knopf jeweils kurz zum Anschalten bzw. schneller zum Wechseln der Ansicht betätigt werden.

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Aufgeladen wird Healbe GoBe über einen magnetischen Ladeanschluss, welches relativ zuverlässig in der Handhabung ist. Der Magnet ist nicht allzu stark und dementsprechend verliert er beim Hinlegen der Uhr gerne mal der Kontakt zum Tracker. Eine orangene LED-Leuchte wie auch das periodisch eingeblendete „Charging“ signalisieren den Ladevorgang.


App

Wie bei praktisch jedem Wearable ist auch Healbe GoBe nur in Kombination mit einem Smartphone und einer entsprechenden Anwendung zu nutzen. Die vom Hersteller bereitgestellte App namens Healbe GoBe ist sowohl für Android als auch iOS Geräte in den jeweiligen üblichen Stores erhältlich. Leider ist die komplette App ausschließlich in Englischer Sprache.screenshot_2016-10-25-07-55-32.jpg

Die Ansicht gliedert sich grob in fünf Menüpunkte aus der Kalorien-, Wasserhaushalt-, Herzfrequenz-, Schlaf-, und Stresslevel Ansicht. Die Benutzeroberfläche wirkt modern, farblich-ansprechend und benutzerfreundlich. Das Synchronisieren und Anpassen der Einstellungen gelingt intuitiv. Innerhalb der Menüpunkte wären noch einige genauere Auswertungsoptionen wünschenswert, dazu aber später mehr.

Viele weiterführende Infos leiten auf den Healbe Blog weiter, in dessen verschiedenen Beiträgen die einzelnen Funktionen näher erläutert und Updates angekündigt werden.

Darüber hinaus lassen sich die Werte aus der App auf Wunsch auch in einer übersichtlicheren und detaillierteren Ansicht in einer Desktop-Anwendung einsehen.

 


Praxistest

Bevor das eigentliche Kennenlernen losgeht, müssen wie gewohnt einige Parameter zu den persönlichen Daten in einem individuellen Profil eingegeben werden. Während die meisten Fitness-Tracker sich etwa mit Alter, Geschlecht, Gewicht und Körpergröße zufrieden geben, muss bei Healbe GoBe darüber hinaus die Schrittlänge, Ruhepuls, Trinkglas-Fassungsvolumen, Blutdruck, Ernährungstyp, angenehme Schlafzeit und bis nach einem App-Update noch weitere Daten eingegeben werden. Alles nicht ganz unproblematisch, aber einmal angegeben bleibt dies ein einmaliger Pflegeaufwand.

Bevor auf die Testergebnisse der einzelnen Funktionalitäten näher eingegangen wird, sei die Akku-Laufzeit anzusprechen bzw. zu bemängeln. Healbe GoBe muss nämlich täglich aufgeladen werden. Der Ladevorgang selber geht zwar recht flott, aber um alle Funktionalitäten korrekt und im vollen Umfang nutzen zu können muss GoBe praktisch dauerhaft getragen werden.

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Verbesserungspotential besteht ebenso beim sogenannten Display, welches nicht nur denkbar unpraktisch wegen der horizontal anzeigenden Schrift ablesbar ist, sondern auch bei Sonneneinstrahlung kaum ablesbar ist. Die Farbe der blauen LED Schrift lässt sich nicht ändern.

Stress Levelscreenshot_2016-12-23-11-13-36.jpg

Eine der besonderen Funktionalitäten ist die versprochene Erfassung des Stresslevels, welche in 5 Stufen von 1. Keinem Stress bis 5. Sehr starker Stress angezeigt werden. Dabei wird der über den Tagesverlauf erfasste Pegel sowohl in einem Graph als auch einer prozentualen Verteilung innerhalb der Level-Hierarchie angezeigt. Laut Hersteller wird hierbei der physiologische Stresslevel auf Basis der erfassten Herzfrequenz erfasst.

Im Testzeitraum gab es einige Umstände und Situationen die mich überdurchschnittlich Strapazen und Nerven kosteten. GoBe zeigte in den Testphasen überwiegend Level 1 (Kein Stress), manchmal Stufe 1 (Leichter Stress) und in seltenen Fällen Level 2 (Moderaten Stress) an. Selbst als Charakter- und berufsbedingt Stressresistente Person, empfand ich die Auswertung als zu gelindert, wobei hier keine Referenz-Werte beiliegen und somit mehr oder weniger nach eigenem Empfinden geurteilt werden muss.

screenshot_2016-12-14-08-01-21.jpgSchlafüberwachung

Anders sieht das Ergebnis bei der Auswertung des Schlafverhaltens aus. GoBe bietet hierfür abermals eine graphische wie auch statistische Analyse aus der Schlafeffizienz (%), Qualität (%), Schlafdauer und Zeit im Wachzustand. In der visuellen Darstellung lässt sich die Bewegungsintensität über den Verlauf der Nacht, wie auch REM Phasen und Zeitpunkte des Aufwachens genau einsehen. Auch wird eine Empfehlung der Schlafdauer für die kommende Nacht angezeigt.

In diesem Fall wurden die Aufzeichnungen mit den Werten parallel getragener Referenz-Geräte verglichen. Healbe GoBe meistert diese Disziplin perfekt mit einer erstaunlich präzisen Erkennung der entsprechenden Zeiten, wachen Momente und der empfundenen Tiefschlafphasen. Oft wird bei durchaus guten Fitness-Trackern bemängelt, dass sie beispielsweise entspanntes Lesen am Abend bereits als „Schlaf“ erkennen, wie es auch in der Testphase zu erkennen war. GoBe erkannte dagegen genau ob ich tatsächlich schlief und erfasste es im Gegensatz zum Referenz-Gerät richtig.

Herzfrequenz & Blutdruck

In diesem Menüpunkt wird der Verlauf der Herzfrequenz wieder graphisch, sowie die Höchst- und Tiefstwerte des Tages angezeigt. Darüber hinaus verspricht GoBe den Blutdruck messen zu können, wobei als Zusatzinfo genannt wird, dass sich diese Funktion noch in der Testphase befindet und die Abweichungen bis zu 20 % abweichen können. Man erinnere sich, dass der Blutdruck beim Einstellen des Gerätes vorab abgefragt wird. Deshalb war die Skepsis gegenüber echten Messungen und nicht pauschal leicht abgeänderten Werten der eigenen Eingabe zunächst ziemlich groß.
Der naheliegenste Test hierbei war es, die eingegebenen Werte im Profil mehrmals stark zu variieren und anschließend die Messergebnisse mit einem reinen Pulsmessgerät zu vergleichen. Tatsächlich wurden permanent überraschend exakte Ergebnisse geliefert.

 

Bei der Herzfrequenzmessung sei zunächst erwähnt, dass GoBe nicht etwa über den von anderen Fitness-Trackern bekannten optischen Sensor mit (mehreren) grünen oder roten LED-Leuchtdioden verfügt, sondern die Messung über einen Piezoelektischen Sensor erfolgt. Bei optischen Sensoren ist ein bekanntes Problem, dass die Ergebnisse beim Sport, insbesondere bei schnelleren Gefällen, nicht akkurat erfasst werden können. Healbe GoBe macht hier keine Ausnahme – ganz im Gegenteil wird beim Kraftsport-Training nahezu kein erhöhter Puls angezeigt. Ein Vergleich mit einem Brustgurt oder selbst einer anderer Pulsuhr braucht der Offensichtlichkeit wegen bei diesem Test nicht angestellt zu werden.

Wasserhaushaltscreenshot_2016-12-14-09-35-41.jpg

Dieses Feature gehört ebenso wie die Stress-Level Erfassung zu den Besonderheiten von Healbe GoBe. Die Anzeige teilt sich wie in den vorher betrachteten Menüpunkten in einen graphischen Verlauf und eine prozentuale Auswertung des Wasserhaushaltes über den Tag mit deren Dauer. Hierbei wird einzig unterschieden zwischen einem „normalen“ und „niedrigen“ Zustand. Auch kann ein Zeitraum eingestellt werden, indem GoBe über einen Vibrationsalarm und der Aufforderung „Drink“ bei einem niedrigen Hydrationszustand an das Trinken erinnern soll.

Auch hier musste wegen fehlendem Vergleichs-Gerät die Funktion mehr oder weniger nach Gefühl gewürdigt werden. Erwartungen wie ein sinkendes Hydrationslevel über die Nacht oder beim Sport zeigt GoBe passend mit „Low“ an. Auch steigt kurz nach der Flüssigkeitszufuhr der Pegel korrekt. Über einen kompletten Tag betrachtet scheint jedoch GoBe tendenziell etwas zu Hydrations-Defizit lastig auszuwerten.

Kalorienbilanz

Der interessanteste Menüpunkt, indem zunächst die hier ebenfalls angezeigte Schrittzahl betrachtet werden soll. GoBe nutzt zum aufzeichnen dieser Werte einzig den verbauten Beschleunigungsmesser. Die angezeigte Distanz resultiert dann aus der beim Einrichten eingegebenen Schrittlänge und der erfassten Schritt-Anzahl.
Für den Test wurde parallel zu GoBe ein durchaus präziser GPS-Fitness-Tracker getragen. Das Ergebnis zeigte im Durchschnitt eine Abweichung von 10% unter den Daten des Vergleichsgeräts. 

Nun aber mal Butter bei die Fische! Das Kalorien-Tracking. Wie soll das ganze funktionieren? Healbe GoBe verfügt über einen Impendanz-Sensor, welcher permanent hoch- und tief-frequentierte Signale ins Gewebe sendet und darüber die Bewegung der Flüssigkeit in und aus den Zellen zu messen verspricht.
10-15 Minuten nach dem wir etwas gegessen haben, verstoffwechselt unser Körper die aufgenommene Nahrung in Glukose. Dieser Vorgang kann bis zu 6 Stunden dauern, abhängig davon was und wie viel wir essen. Grob gesagt lösen Kohlenhydrate eine schnellere Glukose-Varianz aus, als Proteine und Fette, sprich die einzelnen Peaks im Verlauf des Glukose-Spiegels fallen kurzweiliger aus. Sobald die Glukosekonzentration zunimmt, nehmen die Zellen den Blutzucker auf und setzen dafür Wasser frei.
Nun kommt der Sensor von GoBe zum Einsatz, welcher diese Veränderungen erfasst und die Hersteller-eigene Technologie namens Flow die Werte über Algorithmen analysiert und in ein Kalorienbild umkonvertiert. Soweit so gut… Man erinnere sich, dass der Akku keinen kompletten Tag ohne zwischenzeitiges Aufladen durchhält. Demnach kann ein absolut durchgehendes Messen des Blutzucker-Verlaufs kaum gewährleistet werden.

Bereits zu Beginn des Testens wird klar: Ganz automatisch geht hier schon mal nichts. Denn die richtige Bedienung des Wundertrackers muss erst gelernt sein. Und nun der Haken – man muss GoBe anweisen, wann man viel oder wenig gegessen hat. Das sieht in etwa wie folgt aus:

  • Bei normalen Mahlzeiten in einem Kalorienbereich von 300 – 800 kcal soll vor dem Essen der Knopf für etwa 1-2 Sekunden gedrückt werden, bis GoBe vibriert und die Meldung „Food Food“ anzeigt.
  • Bei größeren Mahlzeiten soll entweder vor und nach dem Essen, oder während dem Speisen alle 15 Minuten gedrückt werden.

Wie sieht das aber bei kleineren Snacks aus oder wenn man das Drücken vergessen haben sollte? Hierbei kommt das „Bestätigenin der App ins Spiel. Synchronisiert man GoBe mit dem Smartphone durch Öffnen der App, wird der Träger gefragt ob man in einem bestimmten Zeitraum etwas gegessen hat. Hierbei müssen kleine Flaggen gesetzt werden, die den Zeitpunkt der Mahlzeit symbolisieren. Die vorgeschlagenen Flaggen werden entweder zu den manuell gesetzten Zeitpunkten durch das Drücken des Komscreenshot_2016-12-19-18-45-20.jpgmandos „Food“ zum Bestätigen, oder auch zu Momenten angezeigt, bei denen GoBe meint, dass man etwas gegessen hat – spricht wo eine auffällige Glukosegehalt-Veränderung gemessen wurde. Ferner muss angegeben werden, ob es sich bei der Mahlzeit um eine Mahlzeit mit gemischten Makronährstoffen (Mixed) oder um eine Kohlenhydrate-reduzierte Speise (Carb-Free) handelt.

Erster Haken demnach: man muss zumindest ein Grundverständnis von Kalorienmengen und ein Gefühl für das eigene Essen entwickelt haben. Insbesondere beim Auswärts-Essen fällt dies bekanntlich selbst dem geübten Auge recht schwer.

Noch in den ersten Tagen der Testphase fällt auf, dass die vorgeschlagenen, selbst erfassten, Mahlzeiten Erkennungen scheinbar wahllos und manchmal zu sehr unrealistischen Zeitintervallen angezeigt werden (siehe Screenshot). Synchronisiert man GoBe nun mal nicht permanent jede 2-3 Stunden, so fragt die App zudem oft hintereinander die „Nahrungsaufnahmen-Zeitpunkte“ ab, wobei sich die Zeitintervalle oft sogar überschneiden (z.B. 12:15-12:45 und danach 12:30-12:45).

Im Verlauf der Testphase kam eine neue Option hinzu, die es erlaubte das Bestätigen innerhalb der App auszuschalten und einzig die Kalorienaufnahme durch die entsprechenden Befehle / das Drücken anzugeben.

Nun gut, man muss nachhelfen. Aber klappt das wenigstens auch ohne jede Kleinigkeit penibel abzuwiegen und die Makros und/oder Kalorien auszuwerten? Um dies zu testen wurde einige Tage und über Wochen hinweg das eigene Essen so präzise wie möglich mit einzeln abgewogenen Lebensmitteln und innerhalb einer gängigen „Food-Logging-App“ manuell und parallel von GoBe erfasst.
Die erste negative Erkenntnis: die in unter der Gesamt-Kalorienanzahl angezeigte Makro-Verteilung aus Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sind scheinbar fiktive Werte. Zumindest stimmt die aus den Makronährstoffen berechnete Kalorienanzahl mit den angezeigten Energieaufnahme-Werten über ein (Proteine & Kohlenhydrate je Gramm = 4 kcal; Fette pro 1 g = 9 kcal).
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zurecht und wenn denn die Kalorienzahl stimmt, wäre dies bereits sensationell…wäre… Interessanterweise funktionierte die Erfassung des Frühstücks an manchen Tagen erstaunlich präzise mit einer Abweichung von nur 15 kcal kcal.

Spätestens aber ab dem Mittagessen wichen die Werte maßgeblich ab. Die von GoBe errechneten Werte lagen am Ende des Tages regelrecht deutlich unter dem tatsächlich gegessenen Mengen bzw. der über die Nahrung aufgenommenen Energie. Insbesondere bei größeren Mahlzeiten ab 800 kcal scheint GoBe trotz mehrfachem „Bestätigen“ der Zeitpunkte weit abseits der Realität zu liegen.

Zu guter letzt der Kalorienverbrauch. Auch hier half der direkte Vergleich mit einem gewissermaßen genauem Fitness-Tracker der Marke Garmin. Kurz zusammengefasst: Zu inaktiven Zeiten berechnet Healbe GoBe einen tendenziell zu hohen, und bei Sport einen geringeren Kalorienverbrauch. In Summe lag der Wundertracker oft deutlich höher als den vom Vergleichsprodukt berechneten Kalorienverbrauch.
Eine Möglichkeit Gobe eine Sportaktivität anzuweisen, besteht nicht. Demnach arbeitet das Erfassen des Kalorienverbrauchs autonom. Positiv anzumerken ist jedoch, dass die Werte abhängig von der Herzfrequenz berechnet werden, statt pauschal über die Bewegungsintensität, wie es bei manchen günstigen Fitness-Wearables erfolgt.
Übrigens die Idee GoBe wegen der schwachen Akkuleistung über Nacht zu laden wird von der daraus ergebenden nicht erfassten verbrauchten Kalorien in der Nacht und damit der verzehrten Gesamt Energiebilanz entkräftet.

Kritische Betrachtung

Bei den eigens für den Test durchgeführten Vergleichen der Kalorienaufnahme ist selbstverständlich eine mögliche Fehlerquote nicht ausschließbar, sodass die Aussage der nicht funktionierenden Funktion noch mit zwei Überlegungen untermalt werden soll.

  1. Ein tatsächlich funktionierendes Erfassen des Glukose-Gehalts im Blut ohne eine Blutprobe nehmen zu müssen, wäre ein denkbarer Segen für an Diabetes leidenden Personen. Die Forschungen der Diabetik sprechen laut eigener Recherche von einer derzeitigen keinen zugänglichen Methode den Blutzucker zu messen, außer das bekannte Pieksen also dem Blutzuckermessgerät-Test. Zum anderen scheinen die Überlegungen seitens Healbe in keinster Weise in die Richtung dieses Anwendungsgebietes zu gehen. Der Glukose-Wert kann nebenbei gesagt in keiner der Menüpunkte / Funktionen eingesehen werden.
  2. Es gibt einige „unvoreingenommene“ Meinungen, dass Personen dank Healbe erfolgreich abgenommen haben.
    Unabhängig davon ob die Diät erfolgreich war oder nicht, bedingt GoBe durch das Anweisen von Zeitpunkten der Speisen das aktive Bewusstsein wann man wieviel isst. Aus eigener vergangener Erfahrung kann gesagt werden, dass ein häufig ausschlaggebendes Kriterium von Übergewichtigkeit das Fehlen genau diesem bewussten Gefühls fehlt. Durch GoBe isst die Person demnach gezwungenermaßen bewusster und muss sich mit de unterschiedlichen Kalorienmengen der eigenen Speisen auseinander setzen –> Erfolgsrezept für Diätwillige.

Fazit

Healbe GoBe wirbt mit der Aussage: „Der erste und einzigartig umfassende Kalorien-Tracker zu sein, welcher selbstständig die Kalorienaufnahme messen kann„. Wie der Test zeigte, funktioniert es weder automatisch, noch in meinen Augen im Wesen. Damit stellt sich die Frage: wo liegt ansonsten der Kaufentscheidung bestimmende Aspekt? Eine gut funktionierende Schlafüberwachung oder eine eventuell funktionierende Hydrations-Level Messung? Dem gegenüber stehen eine schwache Akkuleistung, unpraktische Bedienung und nur mit Unsicherheit funktionierende weitere Funktionen. Da die Optik immer subjektiv zu bewerten ist, soll dies kein garantierter Nachteil des Geräts sein.

Die versprochenen, aber aktuell leider nicht funktionierenden Möglichkeiten wären eine wahre Sensation und klingen nicht nur, sondern scheinen aktuell leider zu schön um wahr zu sein. Seit einiger Zeit kündigt Healbe das Nachfolger-Gerät an, welches eine deutlich präzisere Technik verspricht. Das Urteil für den Healbe Gobe 1.1 fällt leider negativ aus.

Aktuell kostet GoBe wegen dem erwarteten Nachfolger reduziert 149,99 $ statt 249,99 $. Würden die versprochenen Möglichkeiten tatsächlich funktionieren, wäre dies ein äußerst günstiger Preis. Würden…wäre…Es bleibt die Hoffnung auf den Nachfolger.

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