Lizza

Vor nicht einmal einem Jahr von zwei jungen Herrschaften aus Deutschland gegründet, genießt deren Erfolgsrezept mitunter wegen einem abgelehnten Angebot der Investoren der Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“ auf Vox heute ein immenses Aufsehen. Ein low-carb, glutenfreier, veganer und Zusatzstoffe-freier Teig namens Lizza verspricht ideal für Pizza, Flammkuchen wie auch Süßes zu sein. Mittlerweile findet sich der neue Trend sogar in ausgewählten Handelsketten und nun auch zum Testen hier beim DoktorTestevsky.


Lieferung & Optik

In einem bunt bedruckten, doppelten Pappkarton werden die einzeln in Vakuum-Folie verschweißten Lizza-Teige, je ca. 28 x 17 cm, durch ein wiederverwendbares Kühlpack zum Kunden geliefert. Modernes, ansprechendes Design und zudem in umweltfreundlicher Ausführung.

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Das Testpaket enthält als Lieferumfang zwei Lizza-Teige, wie auch ein kleines Rezeptheft mit Begleitschreiben.


Inhaltsstoffe

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Wasser, Mehl aus Goldleinsamen teilentölt (49%), Chia gemahlen (4,2%), Kokosmehl, Meersalz, Flohsamenschalen.

Ganz davon abgesehen, dass es sich hier um einen (Pizza-) Teig handelt, ist dies eine ziemlich unübliche, aber interessante Zutatenliste. Kein gängiges Weizenmehl, Backtriebmittel oder E-Nummern, sondern:

Wasser Dürfte den meisten ein Begriff sein, zumindest bestehen wir zu 65 % daraus. Nicht ohne Grund das „Elixier des Lebens“. Relevanz dürfte besonders Sportlern zu genüge durchexerziert worden sein.
Leinsamen Liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren, äußerst Ballaststoff-reich und fördert die Verdauung.
Chiasamen Reich an Ballaststoffen, Antioxidantien, Mineralstoffen und gelten aktuell ohnehin als DER Trend – für andere das überteuerte Vogelfutter aus Südamerika
Kokosmehl Im Unterschied zu herkömmlichen Mehl: Glutenfrei, ballaststoffreich, Kohlenhydrate-arm und dafür ein Lieferant anmittelkettigen Fettsäuren.
Meersalz Meersalz ohne schlauen Satz.
Flohsamenschalen Ebenfalls reich an Ballaststoffen, glutenfrei und zählt wie auch Lein- und Chiasamen zu Superfoods.

Nährwerte

Pro Teigplatte mit 180 g Lizza und zum Vergleich die eines handelsüblichen Fertigteigs in gleicher Menge.

Nährwerte pro 180 g Lizza Fertig-Pizzateig
Brennwert kcal 214 473
Fett 10 g 9 g
 – davon gesättigt 0,9 g 1,6 g
Kohlenhydrate 5,2 g 81 g
 -davon Zucker 4 g 1,1 g
Ballaststoffe 31 g 2,7 g
Eiweiß 2 g 15,7 g
Salz 2,2 g 1,7 g

Vieler Worte braucht es hier nicht. Identischer Fettgehalt, bei Lizza jedoch aus „gesunden“ Fettsäuren, wahrlich low-carb, den Zutaten entsprechend viele Ballaststoffe ohne nennenswerten Protein-Anteil.


Zubereitung

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Die Zubereitung einer „Low Carb Pizza“ ist wahrlich leicht – gelingt selbst dem Koch-Legastheniker. Lizza-Teig aus der Folie befreien, auch ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, mit einer Gabel mehrmals einstechen und erstmal für 8-10 Minuten bei 200°C vorbacken. Kleinere dabei entstehende Bläschen lassen sich einfach mit der Gabel einstechen.

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In dieser Zeit kann man die restlichen Zutaten zurecht schnibbeln und bereit legen. Die Lizzateige rausholen, umdrehen und nach Belieben belegen.

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Nun bei 230°C weitere 8-10 Minuten backen.


Konsistenz, Geruch & Geschmack

Im rohen Zustand ist der Teig weich, labberig und riecht besonders beim Öffnen etwas seltsam, nussig bis leicht ranzig. Nach dem Backvorgang erhält man glücklicherweise einen knusprigeren Teig, der auch weniger intensiv bis kaum unangenehm riecht. Hat man die Zutatenliste vorher angeschaut, kann man sich einbilden exakt Leinsamen, Chiasamen & Co. zu erriechen.

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Für den Geschmackstest gab es zwei Durchgänge – Pizza & Süßes.


Low Carb Pizza

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Für diesen Geschmackstest entschieden wir uns für die Sorten Tuna und Hawai, jeweils mit erprobter, selbstgemachter Pizza-Tomatensoße. Verkostet haben wieder mehrere Personen, darunter eine gelernte Köchin. Der zunächst Skepsis wirkende Geruch des rohen Teiges wird dank Backvorgang und entsprechendem Belag nahezu komplett gelegt – bei der Hawai Sorte mehr wie bei der Thunfisch-Variante. Man kann nicht sagen es schmeckt schlecht, aber lecker oder zumindest vertraut trifft auch nicht zu.


Süßes Gebäck

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Lizza Linzer Plätchen und eigene Kreationen mit Schoko-Creme gefülltem Süßgebäck. Positiv zu erwähnen ist das unerwartet gute „Roh-Teig“ Verhalten, wodurch das Förmchen Ausstechen und dekorieren sehr gut gelingen. Geschmacklich konnten die süßen Varianten leider dennoch nicht überzeugen. Der angenehme Geschmack der Füllung oder des Belags wurde nach nur wenigem Kauen von einem bitteren Mundgefühl abgelöst. In beiden Versuchen haben wir jeweils Stückchen der Teige roh probiert und empfanden sogar den Teig des Süßgebäcks-Durchgangs ein Hauch ranziger/säuerlicher.


Fazit

Lizza ist etwas Neues, Besonderes und den Zutaten wie auch Nährwerten nach für den aktuellen Fitness-Trend ein auf dem Silbertablett servierte Lösung für den (Pizza-) Teigersatz. Gerade beim beliebten Gericht der italienischen Küche streiten sich die Geister ob Low-Carb Varianten wie Thunfisch-Teig oder Schüttelpizza überhaupt als „Pizza“ geschimpft werden dürfen. Wer dennoch mit ein wenig Fantasie seine Geschmacksnerven beeinflussen kann und die Nase voll von Thunfisch hat, für den ist der Lizza Teig eine Alternative. Für Süßgebäck ist der Teig unserer Meinung nach leider nicht zu gebrauchen.

Hinzu kommt der – den Zutaten & Hype entsprechende – nicht schlappe Preis von umgerechnet knapp 2,50 €. Zudem braucht man 2 Lizzas um ein Backblech zu füllen und ohne Belag wird’s auch recht trocken… Muss jeder selbst entscheiden.

Wer sich selber überzeugen möchte, findet die Lizza >hier< zum Bestellen.

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