Vitafy Essentials – Reisprotein

Sie wird in letzter Zeit zunehmend populärer und ist bereits mit vielen Vorurteilen behaftet: die vegane Ernährung. Denkt man an Proteine, fallen womöglich Begriffe wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Whey Protein als erstes in den Kopf ein, sodass ein verbreitetes Gerücht gegenüber dem Veganismus lautet, nur wenige und eingeschränkte Eiweißquellen wiederzufinden.

Ein neuer Trend als Alternative zu dem klassischen Whey-Protein, also dem Molkeeiweiß, stellt das Reisprotein auf rein pflanzlicher Basis dar. Die Überlegung auf eine pflanzliche Proteinquelle muss nicht unbedingt der erwähnte Lebensstil sein, sondern ist auch oftmals die optimal scheinende Lösung für Personen die unter verschiedenen Unverträglichkeiten oder Allergenen leiden.

Da sich persönlich noch kaum intensiv mit dem Thema befasst wurde, habe ich es mir nicht nehmen lassen den neuen Trend zu testen und dafür das Reisprotein der Marke Vitafy Essentials zu testen. Vitafy ist ein junges, motiviertes und sportlich-aktives Unternehmen aus dem Herzen Münchens welche innerhalb der letzten zwei Jahre einen Onlineshop mit Produkten aus dem Fitness- und Ernährungssegment, wobei ein großes Augenmerkmal auf Trends und Unterstützung eines vitalen Lebens. Im Onlineshop sollen sich Produkte rund um Fitness, Abnehmen, Gesunde Ernährung sowie Health & Beauty finden, Preise vergleichen lassen und Beratung eingeholt werden können. Die Philosophie des Unternehmens beginnt mit einem meiner Lieblingszitate: In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist (mens sana in corpore sano), woraus Vitafy die Notwendigkeit der zusätzlich zum Sport notwendigen ausgewogenen Zufuhr an Vitaminen und Nährstoffen ableitet und dies durch eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Experten bei der Entwicklung der eigenen Produktlinie sowie durch sorgfältige Auswahl von Fremdmarken und deren Produkten für das angebotene Sortiment garantiert.

Das Reisprotein von Vitafy verspricht eine nährstoffreiche vegane Alternative zu herkömmlichem Proteinpulver zu sein und durch Fermentation und schonendem Luft-Trocknungsverfahren lediglich aus Reis gewonnen zu werden. Es verspricht ein hochwertiges Eiweißpulver mit stolzen 73 g Proteinen pro 100 g Proteinpulver zu sein.
Dieser Abschnitt klang beim erstmaligen Lesen fragwürdig, da man von Molkeprotein Produkten bekanntlich etwa einen Anteil von 80 % erwartet, aber das könnte auch der Standard für die pflanzliche Proteinquelle sein, sodass wir später nochmal den Aspekt aufgreifen.

Verpackung und Design

Vitafy setzt bei der Verpackung auf ein schlichtes und minimalistisch gehaltes Design. Auf der Vorderseite finden sich Herstellername und Produktbezeichnung und auf der Rückseite Nährwertetabelle, Aminosäurenprofil, Zubereitungsempfehlung, Zutaten und einige weitere für Nahrungsergänzungsmittel üblichen Hinweise / Angaben gut leserlich in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund abgedruckt.

Weniger gut gelungen ist der Verschluss der Verpackung, welcher sich im Vergleich zu anderen Proteinpulverprodukten in Tütenverpackungen auffällig schlecht schließen lässt.

Zutaten

Die Zutatenliste fällt ziemlich übersichtlich aus:

Reisprotein

Außer dem Reisprotein sind liegen keine weiteren Geschmacks-, Füll- oder jegliche andere Stoffe wie man es von Molkeproteinpulver-Produkten her kennt.
Reisprotein wird üblicherweise in mehreren Stufen durch Fermentierung, Filtrierung und enzymatische Behandlung vom ganzen Reiskorn getrennt gewonnen.

Nährwerte

Nährwert pro 100g
Brennwert kcal 362 Kcal
Kohlenhydrate 6.3 g
   – davon Zucker 0.5 g
Protein 73 g
Fett 4.3 g
   – davon einf. gesättigte Fettsäuren 2.2 g

Da ein Reisprotein vorher noch nie getestet wurde, orientierte ich mich aus Gewohnheit an dem durchschnittlichen Eiweißgehalt von 80g, wie es Vitafy auch in den Produktversprechen preisgibt. Dementsprechend niedrig erschienen die tatsächlich 73 g Protein pro 100 g des Produktes. Auch der Verdacht, dass Reisprotein üblicherweise weniger Eiweiß enthält, bestätigte sich nach kurzer Recherche von Reisproteinen anderer Hersteller nicht. Die Werte für Kohlenhydrate und Fett liegen im guten Durchschnitt und ähneln auch einem gängigen geschmacksneutralen Wheys. Interessant erscheint der geringe Zuckeranteil, welcher bei Milchproteinquellen aufgrund des Milchzuckers einen prozentual deutlich  höheren Wert aufweist.

Aminosäurenprofil

Vitafy wirbt mit der Angabe 18 Aminosäuren im Produkt zu enthalten und gibt das entsprechende Profil auch auf der Verpackung an. Wie auch bei Proteinpulvern mit tierischen Eiweißquellen stellt zunächst die Angabe ein Mindestqualitätskriterium. Die Recherche nach vergleichbaren Proteinen bestätigt auch hier nicht die selbstverständliche Angabe.

Essentielle Aminosäuren
L-Isoleucin* 3,9 g
L-Leucin* 8,4 g
L-Valin* 5,8 g
L-Lysin 3,2 g
L-Phenylalanin 5,9 g
L-Threonin 3,8 g
L-Methionin 3,1 g
L-Tryptophan 0,9 g
Semiessentielle- und sonstige Aminosäuren
L-Glutamin(säure) 18,1 g
L-Asparginsöure 9,1 g
L-Arginin 7,7 g
L-Prolin 4,6 g
L-Serin 5,1 g
L-Alanin 5,7 g
L-Glycin 4,4 g
L-Tyrosin 5,1 g
L-Histidin 2,6 g
L-Cystein 2,7 g

*BCAAs

Vergleicht man die Werte zunächst mit einem Reisprotein eines anderen Herstellers, fallen durchgehend höhere Mengen der Aminosäuren beim Vitafy Produkt aus. Der Vergleich mit dem Aminosäurenprofil eines Whey-Proteins, weisen alle Semiessentiellen- und sonstigen Aminosäuren einen höheren und die Hälfte der essentiellen, namentlich Isoleucin, Lysin, Threonin und Tryptophan, geringer aus. Die andere Hälfte weißt bis zu doppelte Mengen auf. Das Verhältnis der BCAAs, liegt etwa im als optimal angesehenen 2:1:1 Verhältnis von Leucin, Valin, Isoleucin.

Löslichkeit, Geruch und Geschmack

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Zum erstmaligen Öffnen der Verpackung muss ein verschweißter Abschnitt abgetrennt werden unter dem sich der erwähnte Zip Druckverschluss befindet. Das Pulver hat eine beige gelbliche Färbung und ist von der Konsistenz her ein fein-pulvriger als ein Whey Protein oder auch Mehl und staubt stärker als das gewohnte Proteinprodukt. Ein Messlöffel (Grifflänge 6,5 cm) liegt ebenfalls bei und fasst etwa 15 Gramm des Proteins.

 

 

Vom Geruch her ähnelt es sehr stark dem Inneren einer frisch aufgemachten Reiskorn-Verpackung.

 

Die abgedruckte Zubereitungsempfehlung lautet zitiert: Nimm 2-mal täglich 2 Esslöffel voll Reisprotein und mische es mit Wasser, Saft oder einer anderen Flüssigkeit Deiner Wahl.
Eine Mengenangabe wie viel eine Portion ausmacht ist nicht direkt angegeben. Ganz unten findet sich jedoch unter der Angabe des Nettogewichts der Aufdruck ca. 42 Portionen, sodass eine empfohlene Portion ca. 23,8 Gramm entsprechen muss.

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Die Löslichkeit des Reisproteins in Wasser ist gut, aber nicht ideal. Man erhält ein milchiges Getränk, mit leichten Pulverresten am Boden des Glases oder Shakers.

 
Der Geschmack ist bekanntlich kaum allgemeingültig zu bewerten, aber in Wasser gelöst kann ich mir nur schwer vorstellen einen Liebhaber des Getränkes finden zu können. Es schmeckt weder süß noch nach einem als Reis identifizierbaren Geschmack und freiwillig würde ich das Produkt nicht wohlwollend regelmäßig trinken. Das Experiment mit Traubensaft wies das gleiche Ergebnis hinsichtlich der Löslichkeit auf und machte den vegetarisch/veganen Proteinshake erträglicher.

Alternative Verwendung

Nun war es mir schlicht zu schade knapp 1 kg des Produktes einfach zu entsorgen, sodass die Suche nach einer alternativen Verwendungsmöglichkeit die Hoffnung und eigenem Vorteil bedeuten musste. Tatsächlich findet man im Netz wie vermutet zahlreiche Rezepte für deftige und süße Gerichte welche Reisprotein als Zutat verwenden.

Wer schon mal den Versuch wagte größere Mengen Mehl durch ein geschmacksneutrales (tierisches) Proteinpulver zu ersetzen, wird sicherlich die Erfahrung gemacht haben, dass es sich hierfür in mehreren Hinsichten nur bedingt eignet.

Mit dem Reisprotein gelang es tatsächlich verschiedene Backwaren zu kreieren und dadurch die Nährwerte eines Produktes sogar einer „Low-Carb“-Ernährung gerecht zu machen. Das Reisprotein konnte aufgrund ihrer Bindungseigenschaft mit anderen Lebensmitteln sowohl teilweise und auch vollkommen das normalerweise verwendete Mehl ersetzen. Da das Protein einen spezifischen Eigengeschmack hat, muss für Süßspeisen entsprechend Aroma oder geschmacklich überdeckende Zutaten verwendet werden. Deftigeren Gerichten wie beispielsweise einer Pizzateig Imitation, Bratlingen oder auch kleinen Brötchen verleiht das Reisprotein eine interessante, außergewöhnliche Geschmacksnote.

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Fazit und Preis

Reisprotein ist allgemein gesehen eine vernünftige Möglichkeit den Proteingehalt der Speisen in einer veganen/vegetarischen Ernährung zu erhöhen oder aufgrund von Unverträglichkeiten oder Allergien ein alternatives Proteinpulver Produkt zu bieten. Laut Hersteller soll das Produkt nämlich keine deklarierpflichtigen Allergene oder Produkte aufweisen. Ist man jedoch nicht von den genannten Faktoren betroffen, sehe ich persönlich keinen überzeugenden Vorteil gegenüber einem Whey-Protein, welches geschmacklich sicher besser schmeckt.
Das Vitafy-Produkt konnte aufgrund mehrerer Kriterien nicht überzeugen. Zum einen ist der eigentlich nebensächlich scheinende Verpackungsverschluss qualitativ niedrig, da die Packung kaum oder nur mit nervenraubender Mühe zu verschließen ist. Desweiteren weist das Produkt im Vergleich zur Konkurrenz einen 7 % geringeren Proteingehalt auf und gibt elementare Angaben wie die Portionsgröße inakkurat an. Positiv ist das vorhandene Aminosäurenprofil, Zutatenreinheit, Leserlichkeit und der vorhandene Messlöffel in anständiger Größe aufgefallen.
Der Preis von 15,99 € unterbietet die meiste Konkurrenz deutlich, weist jedoch auch beispielsweise den geringeren Proteingehalt als negativer Preis-Leistungseinfluss auf.
Hier muss der Konsument seine Präferenzen schlicht selber gewichten.

Nichts desto trotz bereue ich es nicht mir ein eigenes Bild vom neuen Trend Produkt gemacht zu haben und empfand die alternativen Verwendungsmöglichkeit in zahlreichen gelungenen Rezepten und Kochexperimenten sehr interessant.

Das getestete Produkt von Vitafy ist hier auf der Herstellerseite zu finden.

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