Samsung Gear S2 Classic

Bereits kurz nach dem Verkaufsstart in Deutschland ist Samsung wieder mit auf den ersten Plätzen der Smartwatches. Mit der Einführung der Apple Watch im April 2015 und zahlreichen neuen Modellen anderer Hersteller wurde das sich dem Ende neigende Jahr von den Wearables geprägt. Viele sehen es als unnötige Spielereien, andere können sich nach den ersten Tagen kaum mehr ein Leben ohne den Begleiter am Handgelenk vorstellen.

Auch ich habe die Entwicklung der Uhren eifrig mitverfolgt und lange nach einem wirklich lohnenswert klingendem Gerät Ausschau gehalten. Eine Uhr ist mir nun besonders interessant geworden, nämlich die Samsung Gear S2 Classic. In den vergangenen Jahren hat der Hersteller bereits einige Modelle mit mäßigem Erfolg auf den Markt gebracht, doch das neue Vorreiter Modell findet bereits kurz nach dem Verkaufsstart großes Gefallen.

Die Smartwatch ist in den zwei verschiedenen Ausführungen Gear S2 (Sport) für 349,- € und der etwas teureren Gear S2 Classic für 379,- € erhältlich. Warum ich mich für den Kauf der teureren Variante entschieden habe erfahrt ihr im Bericht.

Verpackung und Inhalt

Geliefert wird die Uhr in einer schwarzen runden Schachtel, zusammen mit einer Docking-Ladestation, einem weiteren Lederarmband in
Größe S und einer Bedienanleitung.

Bei der Lieferung ist ein Uhrenarmband in der Größe L angeracht.

Design 

Schwarz, elegant und unfällig. 
Das Gehäuse misst 39,9 x 43,6 x 11,4 mm (B x H x T). Auf der rechten Seite befinden sich zwei Knöpfe im gleichfarbigen Edelstahl wie der Rest der Uhr. Dazwischen ist ein Mikrofon zu finden. Um das runde 1,2 Zoll große Display ist bei dem Classic Modell die besondere Zier-Lünette.

Auf der Unterseite ist eine runde Fläche mit dem Pulssensor in der Mitte angebracht. Das schwarze Lederarmband ist bei der Classic als klassisches Uhrenarmband mit 18mm Breite angeracht. Das S2 Sport Modell dagegen ist nur mit den Hersteller-eigenen Armbänder wegen einer speziellen Anbindung kompatibel, welches ein mitunter ein wichtiger Grund für meine Entscheidung für das Classic Modell war.

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Der Verschluss ist der traditionelle Uhrenverschluss, ebenfalls im
glänzenden Schwarz.

 

Auf den ersten Blick betrachtet, wirkt die Uhr eher klassisch, unauffällig und wird nicht sofort als Smartwatch erkannt. Das runde Design gefällt mir persönlich weitaus besser als die meisten rechteckigen Smartwatches. Ein Vorteil gegenüber anderen runden Modellen ist, dass Samsung es lobenswerter Weise geschafft hat, das gesamte runde Display auch tatsächlich als Display zu nutzen und nicht noch einen schwarzen Balken am unteren Bildschirmrand als Sensor platzieren zu müssen.

Das Sport Modell wird durch ein eher futuristisches Design eher als Smartwatch erkannt.

Die schwarze abgerundete Docking-Station wird per MikroUSB Kabel mit dem mitgelieferten Netzteil verbunden. Über einen Magneten gehalten, muss die Uhr nur an die Ladestation gehalten werden ohne weitere Kabel an der Uhr anschließen zu müssen.

Software

Die Gear S2 läuft mit dem herstellereigenen Betriebssystem Tizen, welches speziell für die hauptsächliche Bedienung über die drehbare Lünette entwickelt wurde.

Bereits zu Beginn sind viele Standard Apps vorprogrammiert. Bevor die Uhr jedoch im vollen Umfang genutzt werden kann, müssen auf dem Smartphone einige Apps installiert werden. Nach einigen automatischen Updates sind die Geräte schnell über Bluetooth gekoppelt und es kann losgehen. Desweiteren verfügt die Uhr über Wlan und NFC Konnektivität.

Hardware

Das Herz der Uhr bildet der 1 Gigahertz schnelle Zweikern-Prozessor. Der Arbeitsspeicher beträgt 512 MB. Der interne Speicher ist mit 4 GB angegeben, wobei 1,9 GB zur freien Verfügung stehen. Dieser kann mit weiteren Apps, Musik und Bildern belegt werden.

Alle Anwendungen, die Menüführung und sonstige Funktionen laufen zuverlässig und außerordentlich fließend.

Bedienung

Hauptsächlich steht die Bedienung über die bereits erwähnte drehbare Lünette im Vordergrund. Durch diese kann innerhalb der Apps, aber auch durch das Menü navigiert werden. Ein großer Vorteil dabei ist, dass das nicht allzu große Display demnach nicht ständig von den Finger verdeckt wird.

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Durch die obere Taste gelangt man einen Schritt zurück, während über die untere Taste das „Hauptbild“, also die Uhr an sich, aktiviert wird. Längeres Drücken der Hometaste (untere) öffnet die Schnelleinstellungen zum Ausschalten und Aktivieren des Energiesparmodus.
Doppeltes Betätigen der Hometaste kann mit einer individuellen Funktion, wie beispielsweise das Öffnen einer bestimmten App, belegt werden.

Durch Neigen der Uhr zu sich, wird das Display aktiviert und beim abwenden ausgeblendet. Dies funktioniert auch in 99% der Fälle ziemlich zuverlässig. Eine weitere Möglichkeit zum Versetzen in den Standbymodus ist das Bedecken des Displays mit der Handfläche.

Menüführung

Ausgehend vom „Homebildschirm“ der Uhranzeige, gelangt man durch drehen nach rechts zu einigen Schnellanwendungen bzw. Widgets, die individuell angepasst werden können. Links von der Uhranzeige werden die Benachrichtigungen angezeigt, sofern welche vorhanden sind.

Im eigentlichen Menü sind alle Apps auf verschiedenen Seiten kreisförmig angeordnet. Auch deren Position kann selbstverständlich individualisiert werden. Insgesamt ist das Navigieren sehr intuitiv und benutzerfreundlich gestaltet.

Personalisierung

Nicht nur die gesamten Apps und Widgets, sondern auch hauptsächlich die Uhranzeige kann vielseitig personalisiert werden. Verschiedene Ziffernblätter, Designs, wie auch kleinere Anpassungen wie verschiedene Zeiger oder kleine Widgets innerhalb der Designs können angepasst werden. Neben den bereits vorinstallierten Themen, können unzählige weitere aus der Samsung Gear App auf dem Smartphone heruntergeladen werden.

 

Über das Smartphone können ebenfalls viele Layoutanpassungen vorgenommen oder Inhalte übertragen werden.

Benachrichtigungen, Smartphone-Interaktion

In den Einstellungen der Gear App kann sehr genau festgelegt werden, welche Benachrichtigungen des Smartphones auf der Gear S2 angezeigt werden sollen. Durch Vibrationsalarme wird man über neue Benachrichtigungen zeitgleich informiert. Das Display leuchtet dabei nur auf, wenn man die Uhr wieder Richtung seiner Blickrichtung neigt.

Jede Benachrichtigung kann durch eine Taste auf der Uhr auch auf dem Smartphone angezeigt werden, sodass sich die jeweilige App öffnet.

Einige Nachrichten können direkt von der Uhr aus beantwortet werden. Hierbei bieten sich (ebenfalls individuell einstellbare) Schnellantworten, einige Emoticons und eine kleine intelligente Tastatur in Form einer Tastenhandytastatur.

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Zusätzlich bieten einige Anwendungen die Eingabe per SVoice, also der Spracheingabe, welche erstaunlich gut funktioniert. Auch Fremdsprachen hat die SVoice App problemlos erkannt!

 

 

Display

Auf dem Display mit 360 x 360 Pixel (302 ppi) lassen sich auch gesamte Emails recht angenehm lesen. Die Auflösung ist für die Größe des Displays mehr als ausreichend.

Die Helligkeit kann in den allgemeinen- sowie den Schnelleinstellungen durch den Wisch vom oberen Bildschirmrand runter in 10 verschiedenen Helligkeitsstufen angepasst werden. Eine automatische Helligkeitseinstellung gibt es leider nicht.

 

img_20151205_100234.jpgFitness

Auch ein wichtiges Thema für mich bei der Auswahl der Uhr, waren die Funktionen hinsichtlich des Fitnesstrackings.
Die Gear S2 verfügt über einen Pulsmesser als Lichtsensor und zeichnet die über den Tag getätigten Schritte über die Beschleunigungs- und Lagesensoren auf.

Die Pulsmessung ist verglichen mit einem Gurtmesser selbstverständlich nicht absolut korrekt, bietet jedoch einen ziemlich guten Anhaltspunkt. Die Pulsmessung kann über eine App gestartet werden, welche anschließend eine kleine Anzeige der Normalwerte und einem Vergleich zeigt. Während dem Training misst der Pulssensor durchgehend.

Der Schrittzähler funktioniert erstaunlich präzise. Die Schritte werden hierbei meistens nicht sofort aufgezeichnet, sondern nach kurzer Zeit „nachgetragen“, sofern man sich nicht länger bewegt. Austricksen durch Schütteln der Uhr wie es bei den meisten Trackern als Schritte gezählt wird, ist hier nicht möglich.

In der Aktivitätenübersicht kann man anschließend nachverfolgen, wann über den Tag man mehr oder weniger aktiv war und wieviele Schritte man die letzten Tage gelaufen ist. Ein Zielwert kann ebenfalls eingestellt werden, wobei eine Prozentanzeige zur Zielerreichung angezeigt werden kann
.

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Persönlich finde ich die Schritteaufzeichnung, auch wenn sie natürlich nicht unabdingbar ist, ziemlich motivierend und man geht tatsächlich nochmal eine Runde raus um sein Gewissen am Sonntag ein wenig zu befriedigen.
Ein Vibrationsalarm ab einer bestimmten inaktiven Zeit kann ebenfalls eingestellt werden, welcher sich im Büro garantiert ziemlich häufig melden wird…

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Über die SHealth App, aber auch über die Uhr selbst können verschiedene Workouts gestartet werden. Hierbei sind nicht nur das klassische Laufen, sondern auch beispielsweise Crosstrainer oder Fahrradfahren möglich.
Wenn man längere Zeit läuft, erkennt die Gear S2 die Aktivität auch selbstständig und startet das Workout im Modus „gehen“.

Im Fitnessstudio finde ich die Uhr wegen der Pulsmessung und der Stoppuhr sehr praktisch, jedoch eignen sich andere Bänder als das standardmäßige Lederarmband hierfür besser.

Akku

Die wohl mit größte Herausforderung an die Wearables ist eindeutig die Akkulaufzeit. Die Samsung Gear S2 hat einen 250 mAh Akku, welcher eine Laufzeit von 2-3 Tagen verspricht. Bei regelmäßiger Nutzung, im normalen Modus (Nicht Energiesparmodus) und über Bluetooth gekoppelt hält die Uhr bei mir gute 2 Tage durch. Da ich nachts jedoch sowieso keine Uhr trage, ist es auch kein Problem die Smartwatch auf die Ladestation zu legen. Im Vergleich zu anderen (vergleichbaren) Smartwatches weist die Gear S2 eine der besten Akkulaufzeiten auf.

Apps

Viele der vorinstallierten Apps erweisen sich als wirklich praktische Alltagsbegleiter.

Über den Musikplayer können entweder Titel von dem Uhrspeicher selbst, oder auch die Musiksteuerung des Smartphones bedient werden. Auch ohne Smartphone lassen sich Bluetooth-Kopfhörer schnell über die Einstellungen mit der Gear S2 koppeln.

Die Kalderanwendung gefällt mir persönlich sehr gut, zu der sich ebenfalls ein Widget einstellen lässt, indem eine Übersicht der laufenden Termine angezeigt werden kann.

Andere Standardanwendungen wären Wetter, Galerie, Timer, Stoppuhr, Wecker, Kontakteschnellwahl (über das Telefon), Taschenrechner und sogar ein Diktiergerät, welches ebenfalls wie SVoice mit der Spracheingabe interagiert.

Obwohl auf der Uhr bereits viele Apps vorprogrammiert sind und auch die Auswahl im Store groß scheint, handelt es sich bei den meisten Downloads bisher überwiegend um Uhrdesigns. Einige nützliche Apps kommen nach und nach neu hinzu, aber insgesamt ist die Auswahl derzeit etwas beschränkt.

In einigen Foren liest man, dass die Entwickler bereits intensiv an neuen Anwendungen arbeiten, also heißt es hier wohl noch etwas Geduld haben.

Einige nennenswerte „Nicht-Samsung-Apps“ sind beispielsweise Ebay, verschiedene Nachrichtenkanäle, Lifesum, Yelp oder auch bereits schon eine Youtube ähnliche Anwendung.

Fazit

Vor der Anschaffung der Smartwatch habe ich wirklich sehr lange auf ein Modell gewartet welches meinen Vorstellungen entspricht und die Entscheidung 379,- € für sie auszugeben viel auch nicht an einem Tag.

Nichtsdestotrotz bereue ich es keineswegs,
denn die Samsung Gear S2 Classic ist meines Erachtens aktuell die Nummer 1 unter den Wearables.

Eine leistungsstarke, benutzerfreundliche Technik, vergleichsweise großer Funktionsumfang und alltags- sowie businesstaugliches Design sprechen alle klar für die Uhr.

Im Alltag erweist sie sich als sehr praktischer und treuer Begleiter. Die Entscheidung für die Classic Version beeinflussten im wesentlichen die Armband-Kompatibilität mit herkömmlichen Uhrenarmbändern, sowie das mir besser gefallende Design.

Sobald auch mehr Anwendungen für die Uhr bereitstehen,
ist die Samsung Gear S2 das Vorbild der Wearables und für mich die beste Geräteeinführung des Jahres 2015.

Bravo Samsung!


*Auf den Fotos ist auf der Uhr bereits eine Display-Schutzfolie angebracht.

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